Kangaroo Island ist die drittgrösste Insel Australiens und liegt 112 Kilometer südlich von Adelaide im Bundesstaat South Australia.
Mit 145 km Länge und 509 km Küstenlinie beheimatet die Insel gerade einmal 4.000 Einwohner.

Kangaroos, Koalas und Co fühlen sich in der unberührten Natur pudelwohl. Mehr als 1/3 der Inselfläche ist Wildschutzgebiet, daher ist die Insel bekannt für die besonders artenreiche Tierwelt Australiens und hat zudem jede Menge unsagbar schöne Strände.

 

Diese grosse Artenvielfalt war für uns Grund genug einen Abstecher nach Kangaroo Island zu machen. Um ehrlich zu sein war es ein eher grosser Abstecher, da wir von Sydney erst einmal nach Adelaide fliegen mussten.

In Adelaide haben wir unseren Mietwagen am Flughafen entgegengenommen. Wir haben uns im Vorfeld für ein einfaches Auto entschieden, kein Allrad-Fahrzeug, da wir gelesen haben, dass inzwischen alle wichtigen Orte auf der Insel über geteerte Strassen zu erreichen sind.

 

In Nachhinein hätte es sicher Spass gemacht auch mal roten Sand auf einer der Schotterstrassen aufzuwirbeln, die einen zu noch verwickelteren Orten der Insel bringen. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

 

Kangaroo Island ist mit dem Auto nur per Fähre erreichbar. 1,5 Stunden Autofahrt südlich von Adelaide liegt der Fährhafen Cape Jervis. Von dort bringt einen die Fähre mehrmals täglich in ca. 45 Minuten nach Penneshaw auf der Insel.

Die Fähre nach Penneshaw auf Kangaroo Island sollte man einige Tage im Voraus buchen. Ansonsten kann es passieren, dass sie ausgebucht ist.


Man muss sagen, die Fähre ist alles andere als günstig: Pro Person kostet die Überfahrt 98 AUD (72 CHF) und pro Fahrzeug nochmals 97 AUD.

 

TIPP:

Die Fähre am besten zusammen mit der Unterkunft buchen.
Auf dieser Seite kann man Fährüberfahrten- und Unterkunftspakete buchen. Wir haben unsere Fährfahrt zusammen mit unserer ersten Nacht im Hostel in Penneshaw gebucht und dadurch einen Rabatt von 78 AUD (57 CHF) erhalten.

 

Das Boarden der Fähre ist ein besonderes Erlebnis; Es wird nicht auf der einen Seite der Fähre aufgefahren und auf der anderen Seiten wieder runter, wie wir das eigentlich von zu Hause kennen.


Die Fähre wird auf der gleichen Seite be- und entladen. Das bedeutet, man muss auf der Fähre einparken und einige Autos und Wohnmobile müssen rückwärts auffahren. Der Albtraum mit einem Mietwagen. Daher hat Tanja mir diese tolle Aufgabe überlassen. Einparken gehört nicht zu den Dingen, die sie gerne macht und schon gar nicht auf einer Fähre.

Das war aber kein Problem. Unser Mietwagen hatte ja eine normale Grösse und wenn man sich an die Einweisungen des Fährpersonals hält, das einen Einwinkt, kann gar nichts schief gehen.

Es gibt zwei grössere Ortschaften auf Kangaroo Island.


Penneshaw mit dem Fähranleger und Kingscote im Nord-Osten der Insel.

Wir waren für zwei Nächte im Kangaroo Island Backpackers Hostel in Penneshaw, nur einen Katzensprung vom Fähranleger entfernt.

 

Rückblickend betrachtet würden wir beim nächsten Mal eher ein Hostel in Kingscote wählen, da der Ort zentraler auf der Insel liegt.

Am Ankunftstag haben wir den östlichen und nord-östlichen Teil der Insel mit Kingscote erkundet.


Da es auf Kangaroo Island nur eine grössere Strasse, die B23 gibt, die sich über sich über die ganze Insel schlängelt, muss man schon keine Angst haben sich zu verfahren.

Direkt vor Kingscote befindet sich die Island Beehive Honigfarm, die man auf keinen Fall auslassen sollte.
Kangaroo Island ist bekannt für seinen Honig. Aus diesem Grund darf auch kein Honig vom Festland aus auf die Insel gebracht werden.


Es gibt viele verschiedene Honigsorten zu kaufen und zu probieren und jede Menge Produkte rund um Honig. Honig Bonbons, Scones, Eis, Lollies, Kerzen...

Tanja ist ein absoluter Honig-Fan und hat direkt 3 Gläser gekauft. Um fair zu sein, eins als Souvenirs für die Familie daheim.

Der nächste Tag ging für uns früh los. Wir wollten alle bekannten Orte der West- und Südseite der Insel sehen. Von Penneshaw ging die Fahrt also auf der B23 in Richtung Westen.

 

Unser erster Stopp war der Kangaroo Island Wildlife Park.
Eine Auffangstation, die ein bisschen wie ein Wildpark aufgebaut ist. Hier kommt man Kängurus, Wallabys, Wombats, Koalas und Co. ganz nah.


Wer dafür bezahlen möchte,  kann sogar einen Koala auf den Arm nehmen und mit ihm ein Foto machen.

 

Wir haben ein paar Mal über so ein Foto nachgedacht. Was für ein tolles Gefühl es sein muss, so einen süssen und kuschligen Koala auf dem Arm zu halten.


Aber nur für uns Menschen. Der Koala findet das sicherlich nicht toll und es ist eher Stress für das Tier.

Die Wallabys waren sehr zutraulich und für etwas Fressen nehmen sie sogar streicheln und kraulen in Kauf.

Nach der Kuschelstunde im Wildpark ging es weiter in Richtung Flinders Chase Nationalpark zu den FREI lebenden Koalas.

Die Strasse dorthin hatten wir beinahe für uns.


Da kann man sich problemlos mal auf die Strasse setzen oder legen und ein paar Fotos schiessen.

 

Unseren ersten Koala haben wir in einem Baum an der Tourist Information des Flingers Chase Nationalparks gesehen. Der Stopp bei der Tourist-Info ist Pflicht, da man dort die Nationalparkgebühr bezahlen muss.
Zudem versorgt einen das freundliche Personal mit hilfreichen Tipps, wo man die Koalas am besten sehen kann und welche Wanderwege es gibt.

 

Wer besonders faul ist, muss nicht mal weit laufen, da ein kleiner Wanderpfad direkt bei der Tourist Info startet. Nach ca. 15 Minuten, den Blick immer schön in die Baumkronen gerichtet, dass man fast Genickstarre bekommt, haben wir einige Koalas faul in Astgabeln liegen sehen.

 

Man muss wirklich genau hinschauen, um die kleinen grauen Fellknäule zu entdecken.

Weiter ging es für uns zum Admirals Arch. Eine bizarre Felsformation, die für seine neuseeländischen Seelöwen-Kolonien bekannt ist.

Ein Boadwalk bringt einen vom Parkplatz zum Admirals Arch. Schon der Weg dorthin bietet einen beeindruckenden Blick auf die Felsformationen und das raue Meer.

 

 

Vom Admirals Arch aus sind es ca. 10 Minuten Fahrt zu einem weiteren Must-See – den Remarkable Rocks.

Die Remarkable Rocks sind 500 Millionen Jahre alte Granit-Felsen, die durch Regen und Wellen ihre beeindruckende Form erhalten haben.

Auf dem Rückweg nach Penneshaw hatten wir eigentlich noch einen Stopp in Vivonne Bay und in Seal Bay geplant. Allerdings sind beide Orte nur über Schotterstrassen erreichbar, die wir mit unserem Mietwagen nicht fahren durften. Schade, aber wir waren sowieso schon etwas spät dran.

 

Kurz vor Penneshaw hat die Dämmerung eingesetzt.


Wie überall in Australien sagt man auch auf Kangaroo Island, dass man im Dunkeln nicht Autofahren sollte. Kängurus sind überwiegen in der Dämmerung oder Nacht aktiv und springen wie aus dem Nichts auf die Strasse.

Wir würden sogar sagen, auf Kangaroo Island ist die Gefahr noch viel höher. Die Insel hat ihren Namen nicht ohne Grund. Innerhalb von 10 Minuten ist uns 3 Mal ein Känguru vors Auto gehüpft.


Neben den lebensmüden Kängurus gab es aber auch ganze Herden auf den Wiesen.

 

Da konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, aus dem Auto auszusteigen, um den Kängurus etwas näher zu kommen. Immerhin kann man ja nicht nach Kangaroo Island ohne ein paar einzigartige Fotos von Kängurus aus nächster Nähe zu schiessen!

Fazit:

 

Durch die relativ teure Fähre gehört Kangaroo Island nicht zu den typischen Backpacker Zielen in Australien. Allgemein hatten wir das Gefühl, dass die Insel nicht von Touristen überlaufen ist sondern noch seinen ländlichen Charme behalten hat. Gerade das hat den Besuch der Insel so besonders für uns gemacht.

 

Hier ist man mitten in unglaublich schöner Natur, kann Tiere aus nächster Nähe sehen und bei den Fahrten quer über die Insel bekommt man sogar ein bisschen Outback-Feeling.

 

Für uns ist die Insel ihr Geld wert und irgendwie sind die hohen Preise sogar berechtigt. Es wird viel dafür getan, dass die Insel ursprünglich bleibt und das ist auch gut so!

<- Mit unserer GoPro on the road

Bis zum nächsten Blog-Eintrag! Liebe Grüsse; Tanja & Jenny