Marsch der Tränen


Szene Schwule und Lesben wollten am Sonntag einen „Marsch des Stolzes“ in Istanbul abhalten – die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein

In den vergangenen Jahren verlief die Parade ohne Zwischenfälle. Die Obrigkeit berief sich nun aber auf den heiligen Fastenmonat Ramadan und zerschlug den „Marsch des Stolzes“ mit drastischen Mitteln.

Obwohl Homosexualität in der Türkei nicht verboten ist, reagieren besonders konservative Kräfte mit Ablehnung. Mit dem Resultat, dass die türkische Polizei am Wochenende den „Marsch des Stolzes“ zu verhindern wusste.

Schwule und Lesben versammelten sich auch in diesem Jahr auf dem zentralen Taksim-Platz, dort hätte die Parade starten sollen. Die Gesetzeshüter liessen aber schweres Geschütz auffahren und setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Die Teilnehmer wurden mit aller Gewalt vertrieben – Pressestimmen zufolge wunderten sich selbst Passanten über die drastischen Massnahmen und verglichen die Behörden in Istanbul mit einer Diktatur.

Laut der Polizei wurde die Parade nicht bewilligt. Die Veranstalter hingegen teilten mit, dass der Gouverneur Vasip Sahin die Parade ohne Vorwarnung verboten habe. Als Begründung gab er den heiligen Fastenmonat Ramadan an. Dies war jedoch schon bei früheren Paraden der Fall, doch man liess die Veranstalter bis anhin gewähren.

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