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Mädchen, Jungen, divers - drittes Klo in Deutschland für Grundschüler?


In mehreren bayerischen Grundschulen sollen Toiletten für das dritte Geschlecht gebaut werden. Ist die Wahlmöglichkeit für Grundschüler sinnvoll oder übertrieben?

Laute Diskussion ums stille Örtchen: In mehreren geplanten Grundschulen in Bayern sollen die Kinder künftig zwischen drei Toiletten wählen können: einer Toilette für Mädchen, einer für Jungen und einer für das sogenannte dritte Geschlecht. Während manche die zusätzlichen Toiletten für sinnvoll halten, betrachten andere die Wahlmöglichkeiten für Grundschüler als zu früh.

In Deutschland können Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen, sich seit kurzem offiziell als „divers“ bezeichnen, was hetero-umgangssprachlich (und wenig korrekt) häufig als drittes Geschlecht bezeichnet wird. Die Geschlechterangaben im Geburtenregister wurden entsprechend ergänzt. Die Bundesregierung kam damit einer Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach.

Auch in sozialen Netzwerken wird das Thema diskutiert. „Einerseits vorbildlich, andererseits ... Grundschule? Wieso muss man Kinder in dem Alter mit der Frage konfrontieren? Entweder das kommt von selbst, oder gar nicht“, ist auf Facebook beispielsweise zu lesen. „Da steht dann dem neuen Mobbing-Trend nix im Wege! Man kann sich Probleme auch machen, wenn man keine hat“, antwortet ein weiteres. Eine andere Nutzerin sieht das Thema eher pragmatisch: „Wäre ich noch in der Schule, würde ich diese benutzen. Bei dem geringen Aufkommen des 3. Geschlechts, wie ich es vermute, wird es die sauberste Toilette sein.“

Ob die dritte Toilette Schule machen wird, bleibt abzuwarten. Dem bayerischen Kultusministerium waren nach Angaben eines Sprechers noch keine Schulen bekannt, die aktuell eine solche anbieten. Auch bei uns in der Schweiz flammt die Thematik immer wieder auf – umgesetzt wurde bisher aber noch nichts.

Möglicherweise können aber die Schüler in München bald diese dritte Option wählen: Nach Angaben des Bildungsreferates befasst sich derzeit eine „Arbeitsgemeinschaft dritte Option“ mit dem Thema und der Frage, wie Toiletten an Münchner Schulen künftig aussehen sollen.