CVP denkt über Rückzug der Initiative nach

10 Feb 2015

Politik Verschiedene Szenarien werden in der Partei diskutiert

 

An einer Polit-Debatte im Treibhaus Luzern standen sich Roland Fischer (glp) und Gerhard Pfister (CVP) gegenüber und diskutierten über die CVP-Initiative zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um die Definition der Ehe als exklusive Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau, welche im Publikum und durch Roland Fischer scharf kritisiert wurde. Dabei kam zum Vorschein, dass sich auch die CVP mit diesem Thema beschäftigt: «Wir diskutieren verschiedene Szenarien, darunter ist auch der Rückzug der Initiative eine Möglichkeit», so Pfister.

Am Samstag und Sonntag, 7./ 8. Februar 2015, fand im Treibhaus Luzern die Veranstaltung «Future Families – Vielfalt ist Realität» statt. Das Winterfest zählte über 250 Besucher über das ganze Wochenende. Mit Gerhard Pfister war der «Vater» der Initiative der CVP persönlich anwesend.

 

In einer angeregten Diskussion (geleitet von Sonja Hasler, SRF) mit Roland Fischer und dem Publikum besprach er die Ideen und Ziele der CVP-Initiative, die nebst der Abschaffung der Heiratsstrafe auch die Ehe zwischen Mann und Frau definieren will. Der Politiker betont seine wertkonservative Haltung und findet, «Differenzen zwischen verschiedenen Rechtsgrundlagen müsse nicht zwangsläufig eine Diskriminierung bedeuten».

 

Er spielt damit auf den Vorwurf an, das heutige Partnerschaftsgesetz sei der Ehe nicht gleichgestellt. Gleichzeitig betont der Politiker, selbst nicht homophob zu sein und bei einem Anstellungsgespräch nicht nach der sexuellen Orientierung der Bewerber zu fragen.
 
Kernpunkt der Diskussion war die Ehedefinition von Mann und Frau. Pfister liess durchblicken, dass der Partei die Problematik dieser Formulierung bewusst ist. «Wir diskutieren verschiedene Szenarien, darunter ist auch der Rückzug der Initiative eine Möglichkeit» war seine Antwort auf die vielen Voten und Bitten aus dem Publikum, die Initiative zurück zu ziehen. Dieser Vorschlag wurde vom Publikum mit wohlwollendem Applaus quittiert.
 
Bereits im November 2012 sagte Gerhard Pfister, angesprochen auf den Passus der Ehedefinition: «An diesem einen Satz soll es aus meiner Sicht nicht scheitern.» Auch Pirmin Bischof etwa hält den Streit um den Ehebegriff für einen «Nebenschauplatz», wie er sagt: «Für mich wäre dieser Teil der Initiative verzichtbar.»

 

Die Wortmeldungen aus dem Publikum wie auch das Argumentarium von Roland Fischer zeigten während der Debatte immer wieder das Unverständnis dafür, dass die Partei faktisch aber immer noch an dieser Ehedefinition festhält und sich damit selbst schadet.

Organisiert wurde der Anlass von Queer Office und dem Dachverband Regenbogenfamilien. Unterstützt wurde der Event von den Hauptsponsoren Schweizer Dachverband der Schwulen PINK CROSS und der Lesbenorganisation Schweiz LOS.

 

Quelle: Medienmitteilung Pink Cross

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