Offener Brief an Swissmedic

2 Jun 2015

Szene Pink Cross fordert, dass schwule Männer wieder Blut spenden dürfen

 

Pink Cross sendet heute zusammen mit elf anderen Organisationen und Parteien und 30 Politikern einen offenen Brief an Swissmedic und fordert darin die Behörde auf, den lebenslangen Ausschluss von Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), aufzuheben.

 

In der Schweiz ist es MSM verboten, Blut zu spenden. Seit 1977 wird, wer eine sexuelle Beziehung zu einem Mann hat, von der Blutspende ausgeschlossen. Dieser grundsätzliche Ausschluss stört LGBT-Organisationen schon lange. Mehrfach wurde von mehreren Organisationen darauf hingewiesen, dass ein solcher Ausschluss unnötig und diskriminierend ist.

Nun fordern PINK CROSS, LOS, Regenbogenfamilien, SP Schweiz, BDP Schweiz, Grüne Partei Schweiz, JUSO Schweiz, Aids-Hilfe Schweiz, Sexuelle Gesundheit Schweiz, Transgender Network Switzerland, Network und Checkpoint Zürich sowie 30 Politikern (darunter 23 Nationalräte) den Direktor von Swissmedic in einemoffenen Brief auf, das lebenslängliche Verbot aufzuheben. 

«Verbote, die der Sicherheit dienen, machen Sinn. Verbote, die auf eine alte Faktenlage oder antiquierten Haltung gründen, sind diskriminierend.», sagt Bastian Baumann, Geschäftsleiter PINK CROSS. «Als rechtlich-öffentliche Organisation hat Swissmedic die Pflicht, das Gebot der Verhältnismässigkeit zu wahren», so Baumann weiter.

Die Sicherheit der Blutkonserven ist in der Schweiz gewährleistet, denn das Bundesamt für Gesundheit verlangt, zum Schutz der Empfängerinnen und Empfänger, die genaue Kontrolle aller Blutkonserven mittels modernster Tests. Seit Einführung dieser Tests gab es hierzulande lediglich eine einzige HIV-Übertragung durch Blutkonserven. Es ist folglich nicht mehr nötig, im Fragebogen die sexuelle Orientierung abzufragen.

 

Auch der Europäische Gerichtshof hält in seinem Urteil vom 29. April 2015 fest, dass der generelle Ausschluss von MSM unzulässig ist, sofern wirksame Techniken zum Nachweis von HIV erlauben, ein hohes Gesundheitsschutzniveau der Blutspendeempfänger sicherzustellen. Dies ist in der Schweiz der Fall. 

 

Quelle: Pink Cross

 

Zum offenen Brief von Pink Cross

 

 

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