Wasser predigen und Wein trinken

4 Sep 2015

Szene Die inhaftierte Standesbeamtin aus Kentucky ging vier Mal die Ehe ein

 

Kim Davis aus dem US-Staat Kentucky ist tief religiös – so tief, dass sie nun hinter Gittern sitzt. Homosexuellen Paaren will sie trotz der neuen Verfassung keine Trauscheine ausstellen. Sie selbst besitzt derweil vier davon.

 

Seit der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die landesweite „Ehe für Alle“ einführte, wollen sich selbstverständlich viele homosexuelle Paare trauen lassen. Auch in Rowan County im Bundesstaat Kentucky.

 

Dort waltete bis vor kurzem die Standesbeamtin Kim Davis (49) ihres Amtes, die sich jedoch aus tief religiösen Gründen seither weigerte, Schwule und Lesben gleichberechtigt zu behandeln. Wie die «New York Times» und CNN berichteten, ging dies einem Bundesrichter zu weit.

 

Nach einer Anhörung wurde die sofortige Festnahme von Davis beantragt. Die Standesbeamtin wird erst wieder aus dem Gefängnis entlassen, wenn sie homosexuelle Paare trauen will. Denn Davis stelle sich über die Verfassung. Und nicht mal der Präsident dürfe dieses missachten - wie es sogar in einem Statement aus dem Weissen Haus heisst.

 

Derweil berichten amerikanische Medien, dass Davis die Ehe selbst etwas anders betrachtet, als es die Bibel lehrt. Aus den Gerichtsunterlagen soll hervorgehen, dass Davis bereits dreimal geschieden ist. Momentan lebt sie in vierter Ehe mit einem ihrer Ex-Ehemänner.

 

Da mutet es doch bizarr an, wenn Davis vor Gericht erklärt, sie habe Angst "in die Hölle kommen", wenn sie homosexuelle Paare trauen würde, sie selbst aber wohl bei ihren vier Hochzeiten den Satz „Bis dass der Tod euch scheidet“ sträflich überhört hat.

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