So verlief die Terrornacht in Paris

15 Nov 2015

Laute Explosionen während des deutsch-französischen Freundschaftsspiels sind der Anfang. Dann breitet sich der Terror über Paris aus. Eine Chronologie der Ereignisse.

 

Seit dem späten Freitagabend erschrecken Schiessereien, Explosionen und eine Geiselnahme an mehreren Schauplätzen Paris. Eine Übersicht der Ereignisse:

 

21.30 Uhr: Im Pariser Stade de France spielt das französische Fussballnationalteam gegen die Mannschaft aus Deutschland. Explosionen sind während der ersten Halbzeit zu hören. Kurz danach kreisen Helikopter über dem Stadion. Das Spiel läuft weiter.

 

22.30 Uhr: Die Polizei meldet eine Schiesserei im 10. Arrondissement der französischen Hauptstadt. Tatort ist das kambodschanische Restaurant Le Petit Cambodge. Von mehreren Toten ist die Rede.

 

22.45 Uhr: Mehrere Medien melden eine Geiselnahme in der Pariser Konzerthalle Bataclan während eines Auftritts der amerikanischen Rockband «Eagles of Death Metal».

 

22.50 Uhr: Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft im Stade de France geht zu Ende. Die Spieler verlassen das Stadion aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht.

 

23.00 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande verfolgt die Angriffswelle im Pariser Innenministerium. Ein französischer Fernsehsender berichtet von mindestens 40 Toten.

 

23.25 Uhr: Im Einkaufszentrum von Les Halles in der Innenstadt kommt es zu einer weiteren Schiesserei, wie der Hörfunksender Europe 1 meldet.

 

23.40 Uhr: Die französische Regierung wird zu einer Sonder-Kabinettssitzung für Mitternacht in den Präsidentenpalast zusammengerufen.

 

23.47 Uhr: Die Stadtverwaltung ruft die Pariser Bürger über Twitter auf, wegen der Anschläge zuhause zu bleiben.

 

23.54 Uhr: Präsident Hollande erklärt den Ausnahmezustand und lässt alle Grenzen schliessen. Er spricht von «bisher nie dagewesenen Terrorangriffen» und mehreren Dutzend Toten. Er habe militärische Verstärkung angeordnet, um weitere Anschläge zu verhindern.

 

00.10 Uhr: Im französischen Fernsehen ist von mehr als 60 Toten die Rede.

 

00.17 Uhr: Französische Ermittler sprechen im Zusammenhang mit den Explosionen in der Nähe des Fussballstadions von einem Selbstmordattentat.

 

00.21 Uhr: Aus der Konzerthalle Bataclan sind Explosionen zu hören. In der Umgebung sind auch Schüsse zu hören.

 

00.30 Uhr: Aus Sorge vor weiteren Anschlägen in Paris werden fünf Linien der Untergrundbahn geschlossen. Betroffen sind die Metro-Linien die durch die Stadtviertel führen, in denen sich Tatorte befinden. Auch der Busverkehr wird unterbrochen.

 

00.45 Uhr: Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), Hendrik Grosse-Lefert, bestätigt in Paris im ARD-Fernsehen, dass sich die deutsche Fussball-National-Elf nach dem Testspiel gegen Frankreich in Paris noch in den Kabinen der Stadions aufhält. «Alle sind angespannt», sagt er.

 

00.50 Uhr: Die Polizei stürmt die Konzerthalle Bataclan. Reporter berichten von lauten Explosionen.

 

01.03 Uhr: Präsident Holland sagt seine Teilnahme am G20-Gipfel in der Türkei ab.

 

01.31Uhr: Die Behörden gehen von etwa 100 getöteten Menschen bei der Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan aus, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Bei den anderen Attentatsorten habe es Dutzende weitere Tote gegeben.

 

02.03 Uhr: Die Geiselnehmer im Konzertsaal Bataclan sind getötet worden, teilt Präsident Hollande mit.

 

02.25 Uhr: Die Zahl der in Paris getöteten Menschen könnte 120 übersteigen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Fünf mutmassliche Attentäter seien getötet worden.

 

04.20 Uhr: Ermittler sprechen von mehr als 200 Verletzten. Davon seien 80 Menschen schwer verletzt worden.

 

06:35 Uhr: Die USA reagieren nach den Anschlägen von Paris geschockt: Präsident Obama lässt die Sicherheitsmassnahmen drastisch erhöhen. Spezialeinheiten zur Terrorabwehr patrouillieren an zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

 

07:00 Uhr: Bei der Terrorserie sind mindestens acht Attentäter ums Leben gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

 

07:10 Uhr: In ersten Reaktionen zeigt sich die Weltgemeinschaft schockiert von den Anschlägen. Irans Präsident Rohani bezeichnet sie als «unmenschliches Verbrechen».

 

07:50 Uhr: Die französischen Behörden geben die Zahl der Opfer jetzt mit mindestens 153 an.

 

08:00 Uhr: Die deutsche Nationalmannschaft, die eigentlich nachts noch vom Stadion in Paris Saint-Denis ins Hotel fahren wollte, hat doch die ganze Nacht im Stadion ausgeharrt. Erst jetzt macht sie sich auf den Weg zum Flughafen, um möglichst schnell nach Frankfurt zu fliegen.

08:40 Uhr: Die öffentlichen Krankenhäuser in Paris haben den so genannten «Plan blanc» eingeleitet, wie die Zeitung «Le Monde» berichtet. Alle Hospitäler wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

 

09:00 Uhr: Die deutsche Politik zeigt sich angesichts der Anschläge erschüttert. Kanzlerin Merkel sichert Frankreich «jedwede Unterstützung» gegen den Terror zu und sagt: «Wir weinen mit Ihnen. Wir werden gemeinsam mit Ihnen den Kampf gegen die führen, die Ihnen so etwas Unfassbares angetan haben.» Vizekanzler Gabriel erklärt, die Anschläge richteten sich «gegen uns alle»: «Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit verteidigen.» Bundesaussenminister Steinmeier spricht von einem «Inferno des Terrors» und sagt: «Die Dimension des Grauens, das mit all dem verkörpert wird, übersteigt die Vorstellungskraft eines Jeden.»

 

09:00 Uhr: Frankreichs Präsident Hollande empfängt die Mitglieder seines Sicherheitskabinetts zu einer Sitzung im Élyseepalast. Neben den Ministern und Ministerinnen nehmen auch die ranghöchsten Vertreter der Sicherheitsbehörden teil.

 

09:20 Uhr: Öffentliche Gebäude, Universitäten, Schulen, Museen, Bibliotheken, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Märkte bleiben in Frankreich am Samstag geschlossen. Nur die Standesämter bleiben geöffnet.

 

09:30 Uhr: Die französischen Grenzen bleiben vorerst weiter offen. Hollande hatte in der Nacht die Schliessung der Grenzen angeordnet, kurz darauf stellte das Aussenministerium aber klar: Es handelt sich um Grenzkontrollen.

 

10:00 Uhr: Als Reaktion auf die Anschläge verstärkt die Polizei in Berlin ihre Sicherheitsvorkehrungen - besonders an französischen Einrichtungen.

 

10:15 Uhr: Kanzlerin Merkel will ab 13 Uhr bei einem Krisentreffen mit den zuständigen Ministern über mögliche Konsequenzen der Anschläge beraten.

 

 

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