«Tatort»-Kommissar outet sich als schwul

16 Nov 2015

Seit 45 Jahren gibt es die ARD-Krimireihe «Tatort». Nun ermittelt in der neuen Folge zum zweiten mal ein neuer Kriminalhauptkommissar, der in der aktuellen Folge einen Mann abschleppt.

 

Robert Karow (Mark Waschke), der im März zum ersten mal ermittelte und als Single eingeführt wurde, gibt in der neuen Folge «Ätzend» ganz beiläufig sein coming-out. In einer Kneipe lernt er einen anderen Mann kennen und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. In der nächsten Szene sieht man den Ermittler dann mit freiem Oberkörper auf dem Balkon stehend, «bei der Zigarette danach.»

 

«Ich finde, seine Sexualität ist im 21. Jahrhundert in einer Stadt wie Berlin wohl nicht selten», kommentierte Drehbuchautor Stephan Wagner Karows überraschendes Coming-out gegenüber der «Bild»-Zeitung. «Und so hat auch ein Kommissar das Recht, seine Sexualität so auszuleben wie er es will."

 

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte den männerliebenden «Tatort»-Ermittler: «Manche Mühlen mahlen halt langsam», meinte LSVD-Pressesprecher Markus Ulrich. «Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn es schon vor zehn Jahren einen schwulen Tatort-Kommissar gegeben hätte. Aber es macht die Sache, dass es jetzt einen gibt, nicht schlechter.»

 

 

 

 

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