Kultur: Wer darf nach Stockholm?

7 Feb 2016

 

 

ESC Alle Jahre wieder: Die «ESC 2016 – Entscheidungsshow» trumpft auf mit Conchita Wurst, trotz konfusem Auswahlprozedere.

 

Die Schweiz und der ESC – eine bunte Symbiose für viele Fans und ein bitterer Albtraum aller Billag-Gegner. Die letzten Jahre waren geprägt von seltenen Erfolgserlebnissen. Immerhin landete der Tessiner Sebalter vor zwei Jahren als Jäger der Sterne im akzeptablen Mittelfeld, während zuletzt Mélanie René, bzw. ihr strahlendes Lämpchen ganz hinten erlosch.

 

Das Feuer der hiesigen Fans aber lodert munter weiter - Nullnummern hin, SRF-Gegner her. Auch in diesem Jahr werden in der «ESC 2016 – Entscheidungsshow» sechs Anwärterinnen und Anwärter für die Reise nach Schweden kämpfen. Bekannte Namen sind darunter nicht zu finden, am ehesten hat das Basler Schlagersternchen Vincent Gross eine gewisse Bekanntheit; es performt nun einen englischen Song.

 

Damit trotzdem eine akzeptable Zuschauerquote für die von Sven Epiney moderierten Livesendung erreicht werden kann, wurden illustre Gäste eingeladen: Als besonderes Highlight singt Conchita Wurst zusammen mit Flavio Rizzello ihren Gewinner-Song «Rise Like A Phoenix». Wobei der Jöö-Effekt den Glamour-Faktor übertrumpft: Flavio Rizzello gewann mit elf Jahren die dritte Staffel von «Die grössten Schweizer Talente» - mit dem Song der Wurst, versteht sich.

 

Wieso einfach, wenn es kompliziert geht?

 

Zartbesaitete, konservative Seelen dürften deswegen zum Riechsalz greifen – ESC Fans mussten dies bereits während dem Auswahlprozedere tun. Dieses gestaltet sich nämlich als ziemlich umständlich. Zu Beginn durfte sich ab letzten Sommer jede und jeder mit seinem Lied für Schweden anmelden. Die Folge war eine SRF-Webseite, auf der unzählige Videos zu sehen waren, für welche sich der arbeitende Zuschauer sich mindestens einen Tag frei nehmen musste für die Sichtung - denn: User sollten über ihre Favoriten abstimmen – zusammen mit einer Fachjury.

Logisch, dass einige Kandidaten, egal welcher Qualität, auf Teufel komm raus mobilisierten und gute Songs und Interpreten, wie beispielsweise Patric Scott mit „Stay“, auf der Strecke blieben. Nur so ist es zu erklären, warum etwa eine Erika Arnold mit dem gutgemeinten, aber zum Fremdschämen umgesetzten Titel „Ich bin ich“ unter die „Besten“ in den Expertencheck kamen. Dazu kamen noch sechs Kandidaten von RTS und schlussendlich mussten 19 Kandidaten in die Höhle des Löwen:  Ein Expertenteam entschied sich daraufhin für die nun sechs Songs, über die das gemeine Volk nun abstimmen darf.

Das konfuse Verfahren findet seinen Höhepunkt in der Bodensee-Arena: Alle sechs Anwärter dürfen nicht nur ihr Lied interpretieren, sondern müssen zusätzlich einen Coversong abliefern – warum auch immer.

 

ESC 2016 – Entscheidungsshow

Samstag, 13. Februar 2016, 20.10 Uhr, SRF 1, RTS 2, RSI LA 2

 

Und hier die sechs Anwärter:

 

Vincent Gross aus Basel

 

 

Bella C aus Winterthur

 

 

Kaceo aus Genf

 

 

Theo aus Lugano

 

 

Rykka aus Meilen

 

 

Stanley Miller aus Madrid, Spanien (!)

 

 

Und für alle Erica Arnold-Fans:

 

 

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