Pride Fribourg: Ein voller Erfolg!

27 Jun 2016

 

In Freiburg gab es so einiges, was die Pride 2016 zu beeinträchtigen drohte. Da war einerseits das Gewitter am Freitagabend, das das Pride-Dorf auf dem Campus der Uni Pérolles innerhalb einer halben Stunde von einem Sommerfest in eine Weltuntergangsszenerie verwandelte. Kurzerhand mussten die Besucher und Organisatoren in die Eingangshalle der Hochschule für Technik und Architektur fliehen, schreiben die «Freiburger Nachrichten» in ihrer Ausgabe vom 27.06.16.

 

 Da waren andererseits die Anhänger der erzkonservativen Piusbruderschaft, die der feiernden Gesellschaft am Samstag am Rande des Umzugs mit lateinischem Kirchengesang zeigen wollten, dass sie für Schwule und Lesben nichts übrig haben. Doch ihre Pride liess sich die LGBT-Gemeinschaft nicht verderben.

 

Kurz nach Samstagmittag war der Pythonplatz bis auf den letzten Meter mit Besuchern gefüllt, so die «Freiburger Nachrichten» weiter. Eine Phallus-Riesenstatue wehte lustig im Wind. Transfrauen zeigten ihre beneidenswerten Beine. Männer hielten mit Männern Händchen – und niemand starrte sie an.

 

 

Für die offiziellen Reden hatte das Organisationskomitee der Pride 2016 Galionsfiguren des Gleichberechtigungskampfes eingeladen. Henry Hohmann etwa, Präsident von Transgender Network Switzerland. Seit mehreren Jahren lebt der als Mädchen geborene Mann nun das Leben, das für ihn bestimmt war: eben als Mann. «Immer noch werden jährliche Hunderte Transgender-Menschen aus reinem Hass ermordet», sagte er. Und die Akzeptanz werde nicht grösser: Das in Kalifornien erlassene Gesetz etwa, das Transmenschen verpflichtet, die Toilette ihres Ursprungsgeschlechts zu nützen, schüre neue Konflikte. «Wir Transmenschen sind der Sand im Getriebe einer Wir-haben-doch-eigentlich-schon-alles-erreicht-Maschine», analysierte Hohmann. Bei der Rede von Chatty Ecoffey schossen einigen Besuchern die Tränen in die Augen. Als Co-Präsidentin des Vereins Regenbogenfamilien, der sich für mehr Rechte für Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern starkmacht, trug sie stellvertretend für ihren 13-jährigen Sohn dessen Worte vor: «Ich hatte schon immer zwei Mamis, und das verändert absolut nichts. Eine kann einfach besser mit Computerkabeln umgehen», zitierte sie – und brachte die Menge zum Lachen.

 

Mit Material der "Freiburger Nachrichten"

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