Ikonen von damals: David Hasselhoff

In Serie stellen wir Ikonen aus vergangenen Dekaden vor, berichten über gefallene Helden und hoffnungsvolle Skandalsternchen aus längst vergangenen (Gay-)Tagen. David Hasselhoff  ist im Sommer 75 Jahre alt geworden, seine Baywatch-Babes haben die Gays nie wirklich interessiert, die männlichen Rettungsschwimmer aber schon...

 

 

 

 

Ob als Michael Knight im Auto K.I.T.T. oder als Rettungsschwimmer Mitch Buchannon: In den 80er- und 90er-Jahren war David Hasselhoff ein Weltstar. Inzwischen ist es um ihn ruhiger geworden. Im Rückblick würde der Schauspieler trotzdem kein bisschen anders machen. Am 17. Juli feierte er seinen 65. Geburtstag, kommendes Jahr geht er auf grosse Tour in Europa. Grund genug «The Hoff» nach dem Stand der Dinge zu fragen.

 

Cruiser: Man kennt Sie vor allem als Rettungsschwimmer aus «Baywatch». Wie finden Sie den Film mit Dwayne Johnson und Zac Efron, der jetzt aus der einst so erfolgreichen TV-Serie geworden ist? Sie haben darin eine Gastrolle.

 

Hasselhoff: Das «Baywatch», das wir gemacht haben, war nicht das «Baywatch», das ich wollte. Als es mir angeboten, wurde mir klar, dass es ein Witz werden und sie sich darüber lustig machen würden. Aber Dwayne Johnson ist ein Freund von mir und ich kenne Zac Efron, der so ein netter Kerl ist. Deshalb habe ich mich entschieden mitzumachen. Ich wusste, wenn ich «Nein» sagen würde, wären alle damit überfordert.

 

Cruiser: Hätten Sie gern eine grössere, ernsthaftere Rolle gehabt?

 

Hasselhoff: In Hollywood machst du, was dir angeboten wird, und du versuchst, das Beste daraus zu machen.

 

Cruiser: Wie war es, Pamela Anderson, die auch einen Cameo-Auftritt hat, nach all den Jahren in dem Zusammenhang wiederzusehen?

 

Hasselhoff: Mein Leben dreht sich nicht um Pamela und das hat es auch nie. Ich habe nichts als Anerkennung für sie. Ich finde, sie ist eine unglaublich nette, coole Person. Sie ist sehr witzig und sehr gut in dem, was sie macht. Hängen wir zusammen ab? Nein.

 

Cruiser: Ihre andere sehr erfolgreiche Serie war «Knight Rider». Was können wir vom dazugehörigen Film erwarten, der 2018 erscheinen soll?

 

Hasselhoff: Das weiss ich nicht. Harvey Weinstein (der Produzent, Anm. d. Red.) hat gesagt, ich soll mitspielen und es soll eine Komödie sein. Die Gespräche liefen nicht so positiv, wie ich sie gerne gehabt hätte.

 

Cruiser: Und die neue Serie, die «Knight Rider» wiederbeleben soll?

 

Hasselhoff: Ich weiss nicht, aber ich hoffe, dass es keine Parodie wird. Ich hoffe, sie wird dem Original gerecht. Keiner, der die Serie gesehen hat, will, dass sich darüber lustig gemacht wird. Es war wie die Ritter der Tafelrunde. Er (Hauptfigur Michael Knight) ist ein Ritter in strahlender Rüstung - nur, dass er schwarzes Leder trägt.

 

Cruiser: Identifizieren sich die Menschen heute noch mit Ihnen?

 

Hasselhoff: Ich denke immer, das wird verschwinden, aber dann gehe ich in einen Friseursalon und werde belagert. Alle Leute wollen Fotos mit mir machen. Woher kennt Justin Bieber mich? Es hat offensichtlich nichts mit «Knight Rider» zu tun, er ist 23 Jahre alt. Die Serie lief acht Jahre, bevor er geboren wurde. Irgendwie ist mein Ruf bei diesen Kids immer noch halbwegs cool. Ich habe keine Ahnung, warum.

 

Cruiser: Wie erklären Sie sich Ihre Fanbasis in Europa, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

 

Hasselhoff: Damit, dass ich 1989 am Neujahrsabend in Deutschland vor einer Million Menschen gesungen habe und der erste Amerikaner war, der dort seit 1945 gesungen hatte. Und weil mein Song «Looking for Freedom» das Wort Freiheit enthielt. Für die Menschen in Ostdeutschland und Ostberlin war das ein sehr wichtiges Wort, weil sie nicht frei waren.

 

 

Cruiser: Hätten Sie im Rückblick in Ihrem Leben etwas anders gemacht?

 

Hasselhoff: Wahrscheinlich nicht. Ich habe Herz, Humor und Action in jedes Drehbuch gesteckt. Ich suche immer noch nach Freedom, ich suche immer noch nach gutem Entertainment. Ich hatte eine grossartige, bescheidene, glückliche, erfolgreiche Karriere. Ich würde höchstens mehr darauf achten, die Wahrheit zu akzeptieren. Aber ich würde nichts ändern. Ich bin gesegnet. Ich will einfach noch 20 Jahre am Leben bleiben.

 

 

ZUR PERSON: Der in Baltimore (Maryland) geborene David Hasselhoff wurde mit den TV-Serien «Knight Rider» und «Baywatch» weltberühmt. Als Popsänger war er unter anderem mit den Titeln «Looking for Freedom», «Crazy for You» und «Everybody Sunshine» erfolgreich. An seinen Höhenflug und das Millionenpublikum der 80er- und 90er-Jahre konnte er trotz verschiedener Filmprojekte, Serien und Musikalben sowie als Schauspieler am Theater aber nicht mehr anknüpfen. Er hat zwei Töchter und ist fünffach geschieden. Seit sechs Jahren ist er mit einer walisischen Verkäuferin liiert und inzwischen verlobt. (DPA)

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