Theatertipp: Prophet 3.0

1 Nov 2017

PROPHET 3.0

Ein Theaterstück über Religion und Macht. 

 

 

Mekka, im Jahr 630. Mohammed steht mit seinem Heer vor der Stadt. Angeblich in friedlicher Absicht. In Wahrheit will er sich für seinen Rausschmiss rächen und eine junge Frau für sich gewinnen, die sich in Geiselhaft Mekkas befindet. Unter dem Deckmantel seiner neuen monotheistischen Religion fanatisiert er einen jungen Mann.

Ein Thema, aktueller denn je.

Das Projekt Prophet 3.0 basiert auf einer Initiative der Freidenker-Vereinigung der Schweiz und verknüpft Voltaires Stück „Der Fanatismus oder Mohammed“ mit der heutigen Aktualität und unseren persönlichen Scheuklappen. Steilvorlage für Islam-Bashing? Fehlanzeige! Voltaires Stück entpuppt sich als leidenschaftliche Abrechnung – nicht nur mit allen monotheistischen Religionen, sondern mit Ideologien jeglicher Couleur.

 

Voltaire stand mit der Anmaßung der Buchreligionen auf Kriegsfuss – und schrieb gegen sie an. Auch und nicht zuletzt auf dem Theater: 1742 brachte er sein Stück über Mohammed zur Uraufführung, und die katholische Zensur verbot das Stück nach wenigen Aufführungen. Erst nach neun Jahren durfte es wieder gespielt werden – und wurde ein grosser Erfolg.
Im Jahr 1800 wurde das Stück von Goethe übersetzt, aber der Erfolg blieb aus, denn man glaubte die Intoleranz zwischen den Religionen überwunden. So kann man sich irren. Im 20. und 21. Jahrhundert kam es nur noch zu vereinzelten Aufführungen, wenn sie nicht von islamistischen Kreisen verhindert wurden, wie zum Beispiel 1992 in Genf.

 

Ein Theaterstück über Religion und Macht. Von Voltaire/Togni. Regie: Andrej Togni.

 

Premiere: 4. November, 20 Uhr Volkshaus

Prophet 3.0 feiert am 4. November am Wissensfestival Denkfest Première. Das Denkfest beginnt am Donnerstagabend, dem 2. November und dauert bis zum Sonntag, 5. November. An 20 Vorträgen und Podien geht’s um das Thema „Reformationen des Denkens“.

 

 

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