Mach's noch einmal, Sam!


Grammys Der schwule Sänger Sam Smith ist der grosse Gewinner

Sam Smith ist bei den Grammys als bester neuer Künstler des Jahres ausgezeichnet worden. Ausserdem gewann er weitere Preise in den Sparten "Beste Single", "Bestes Album" und "Bester Song".

Seit einigen Monaten ist er DER Überflieger im britischen Pop-Business. Alles scheint ihm mühelos zu gelingen, stilsicher und talentiert benötigte der bescheidene Hipster weder Casting-Shows noch Skandale auf dem Weg zum grossen Erfolg.

Passend zum unscheinbaren Auftreten war sein Coming-out kein lautes Spektakel, sondern ein elegant aufgegleistes Statement. Bereits als Achtjähriger erhält der in Great Chishill geborene Sam erstes Stimmtraining von einem Jazz-Sänger aus dem Bekanntenkreis der Familie. Von da an wird seine Begeisterung für die Musik zur Bestimmung, das Singen zur Selbstverständlichkeit.

Zehn Jahre später schnuppert er nach diversen Musical-Engagements in London zum ersten Mal Grossstadtluft. Als eine Promo-Aufnahme seines Song «Lay Me Down» beim Dancepop-Duo Disclosure landet, sind diese sofort begeistert und spannen das Soul-Stimmwunder für eine Kollaboration ein. Es hagelt Awards und Anfragen, Anfang 2014 übertrifft das Debüt-Album «In The Lonely Hour» die hochgeschraubten Erwartungen mit Leichtigkeit und stürmt die Charts. Zehn hochkarätige Songs, die laut Sams eigenen Angaben ausnahmslos von unerwiderter Liebe handeln.

Dass dennoch kein einziges Mal von einer Frau die Rede ist, war natürlich Anlass für Spekulationen. Smith wollte die Gerüchte nicht kommentieren, die überraschende Schluss-Szene seines Videoclips zu «Leave Your Lover» sprach ohnehin für sich.

In einem Interview erzählte er dann offen, die Lieder seien einem Mann gewidmet, in den er unglücklich verliebt war. Über seine Homosexualität habe er bisher nicht gesprochen, weil sie belanglose Normalität sei, «so normal wie mein rechter Arm.»

Bei der Grammy-Verleihung hielt er sich jedoch nicht zurück und dankte seinem Ex-Freund für sein gebrochenes Herz - das ihm nun vier Grammys einbrachte. (rg)