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LGBT in den USA: Noch nie so viel Angst und so wenig Hoffnung


Sie sind wütend auf Donald Trump und darum sind sie hier vor seinem Trump-Tower in Manhattan an der Fifth Avenue. Sie tanzen und schreien ihre Wut hinaus: "Just Dance" – "Tanze einfach" ist ihr Motto. Etwa 100, vor allem junge Leute, sind an diesem Abend zu der angemeldeten Tanz-Protestaktion gekommen. Polizisten stehen in der Nähe. Am Mischpult der DJs hängt eine Regenbogen-Flaggen, das internationale Symbol für die Gemeinde von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender, kurz auch LGBT.

"Ich hatte noch nie so viel Angst und so wenig Hoffnung wie am Wahlabend. Und ich war noch nie so enttäuscht von meinen Mitmenschen. Ich wusste nicht wie es weitergehen sollte. Aber jetzt protestiere ich so oft wie möglich, denn dies wird ein langer, harter Kampf, der rund um die Uhr stattfinden muss."

Didi lehnt die Pronomen "er" oder "sie"für sich ab. Auf Englisch bevorzugt Didi für sich das Pronomen "they", also den geschlechtsneutralen Plural. Den Tanz-Protest vor dem Trump Tower hat Didi schon im Januar angemeldet aus der Ahnung heraus, dass Minderheiten es jetzt schwer haben würden.

Angst vor Einschränkungen

Als Trump dann im Februar den Erlass von Barack Obama aus dem Mai 2016 zurücknahm, der Schulen im ganzen Land dazu verpflichtet hatte, Transgender-Schülern zu erlauben, jene Toilette oder Umkleidekabine zu nutzen, die ihrem bevorzugten Geschlecht entsprechen, war das für die allermeisten in der LGBT-Gemeinde ein klares Zeichen: Die neuen Mächtigen um Präsident Trump würden ihre Rechte einschränken. Das fürchtet auch Didi.

"Sie sind bereit, Schutzmaßnahmen gegen Diskriminierung aufzuheben. Ich hoffe, dass ich mich irre, aber ich glaube das ist erst der Anfang. In der Partei der Republikaner, die jetzt so viel Macht hat, wollen viele die gleichgeschlechtliche Ehe rückgängig machen. Unsere Rechte sind bedroht."

Dieser Artikel ist auf "Deutschlandfunk online" erschienen: Hier geht es zur vollständigen Version