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Warum wir wertvoll sind


Wir sind hier ein wenig pathetisch. Dürfen wir auch. Denn wir haben viel erreicht. Ein X-Mas-Pamphlet.


Von Dax Dasilva



LGBT*-Menschen sind – und das ist logischerweise Fakt - Teil der Einheit der Schöpfung. Wir haben das Potenzial, den Wert der Vielfalt durch die Verschmelzung unserer eigenen Kultur zu vermitteln. Seit den Anfängen der Menschheit haben wir einem ziemlich sicher spirituellen Zweck gedient, der durch – sofern wir an die Schöpfung glauben - in allen Gesellschaften und durch unsere Berufung als Künstler, Schriftsteller, Designer, Betreuer, Heiler, Geschichtenerzähler, Führer, Botschafter und ja: auch als Verlierer! verteilt ist. Wir stehen gleichzeitig innerhalb und ausserhalb der Gesellschaft und haben die doppelte Rolle des passiven Beobachters und aktiven Mitwirkenden übernommen.


Wir sind noch da. Stärker denn je

In den letzten 50 Jahren haben wir uns zu einer Gemeinschaft entwickelt und uns allmählich das Recht erworben, so zu leben, wie wir sind. Nachdem wir für unsere Rechte gekämpft haben, angefangen bei Stonewall über all die globalen «Prides», sind wir in den 1970er-Jahren zu einer definierten Gemeinschaft, also «Community» geworden. Wir lebten in den 1970er- und 1980er- Jahren eine Form der absoluten Freiheit und Entdeckung, und wir begannen unseren Kampf für die Anerkennung unserer Bürgerrechte. Aber fast sofort wurde unsere Community und schliesslich auch unsere Moral durch die HIV/AIDS-Plage quasi zerstört. Die Krankheit hat uns beinahe ausgerottet.

Dennoch haben wir beharrlich und kontinuierlich für unsere Freiheiten gekämpft und in den letzten Jahren ist es uns trotz allem Widerwillen gelungen, in vielen westlichen Ländern das Recht auf freie Ehe und Liebe zu erlangen. Keine andere Gruppe in der Geschichte war jemals in der Lage, so schnell Bürgerrechte zu erwerben. Es zeigt, wie stark die LGBT*-Menschen in der Gesellschaft integriert sind, auch wenn die allgemeine Akzeptanz vielerorts noch immer ein harter Kampf ist.



Wir sind nicht gleichgestellt

Die Menschen sind immer noch feindselig gegenüber dem, was sie nicht verstehen. Der Kampf für unsere Bürgerrechte und unsere allgemeine Akzeptanz ist ein ständiger Kampf. Aber so wichtig dies für unsere Gemeinschaft auch ist, wir können nicht für unseren Stolz und unser Recht zu existieren kämpfen, ohne unseren grösseren Zweck zu verstehen. Wir müssen die Absicht unseres Designs verstehen und annehmen. In Abwesenheit einer Richtung und eines spirituellen Kontextes werden viele in unserer Gemeinschaft durch das Gefühl herausgefordert, verloren und unverankert zu sein. Einige bewältigen dies durch egozentrisches Verhalten. Das kommt nicht immer gut an.


Isolation? Sicher nicht


Wir müssen erkennen, dass unsere Existenz ein Geschenk ist und dass unser Leben andere leiten und inspirieren kann - diejenigen, die sich vielleicht irgendwie oder irgendwo verloren und unverankert fühlen. Da wir ausserhalb der Normen der Gesellschaft existieren, stellt unser Ort natürlich das Gefüge des Gesellschaftskonstrukts sowie deren althergebrachten Formeln und Muster in Frage.

Und jetzt, im Zeitalter der Technik, ist alles einfacher. Oder? Wir haben nun die Möglichkeit uns global auszudrücken und uns als gesamte Community zu sehen. Als eine Einheit unter dem Regenbogen. Vielleicht sind wir gerade trotz der Technologie ein Beweis für die Kraft, die in der Natur steckt. Denn wir haben überlebt. Auch wenn dies vielleicht genetisch irgendwie unmöglich sein sollte. Sind LGBT*-Menschen, die Leute sind, die aus irgendeinem Grunde Personen sind, die überleben müssen? Um es ein bisschen esoterisch zu formulieren: Sind wir ein nicht offenbarter Funke, der bereit ist, die Spektren der Identität auf eine Weise zu enthüllen, die nur von der Quelle – also dem Ursprung des Lebens - geschenkt werden konnte? Schliesslich sind wir ein Beweis für die Kraft, Schönheit und spirituelle Gestaltung der Vielfalt der Schöpfung. Unsere ganz klar einzigartigen Gaben und unsere Verteilung unter allen Menschen sind es wohl, die zur Vielfalt dieser Welt beitragen. Wir sind grossartige Kommunikatoren und gute Verbindungen. Wir können die Quelle der Verbindung in Gesellschaft und Kultur sein, und wir können grosse Lichter sein. Selbst diejenigen, die am wenigsten oder am meisten gebrochen und vernarbt in unserer Gemeinschaft sind, bringen Freude und Schönheit zu anderen Menschen. Unsere Gaben als schwule, lesbische, bisexuelle, transsexuelle oder transgender Menschen sind ein Geschenk.