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Rainbow-Washing: Falsche Freunde?

Während Corona hat sich gezeigt, wer deine wahren Freunde sind. Der Autor fragt sich, ob wir für die Zukunft etwas gelernt haben. So fürs richtige Leben.


Von Arthur Moll


Hui, war das eine Zeit. Eineinhalb Jahre überlegen, wen man trifft. Und wie man die Personen trifft. Mit Maske? Überhaupt? Wie oft? Einige Freunde habe ich ganz verloren, andere sind immer noch da. Auch wenn man sich nicht wöchentlich zum Bier treffen konnte.



Ein sehr hübsches Agenturbild, welches zum Begriff «Pinkwashing» erscheint und die Problematik auf den Punkt bringt: Ein bisschen schwul tun, aber nicht so wirklich

Für mich das Beste war, dass ich diese Mode des sich dauernd Dreimalküssens ein bisschen einschränken konnte. Also lieber weniger Menschen dafür heftiger küssen. Das möchte ich auch für die Zukunft beibehalten. Und das Beste ist: Ich kann diese Mechanik auch auf mein ganzes Leben ausbreiten.


Es ist wieder Pride-Zeit. Also ein bisschen. Gewisse Events sind verschoben oder abgesagt. Das Schöne ist, dass wir gefühlt über 10 neue Prides in der Schweiz haben. Endlich können wir wieder rumreisen und auch ländliche Prides feiern. Die erinnern mich dann bestenfalls an einen wunderbaren Pfadi-Abend. Aber auch alle Jahre wieder haben wir diese meist amerikanischen oder hochkapitalistischen Buden mit Ihren Bannern und Ständen am Hals.

Pinkwashing nennt sich das. Schwul tun, aber nichts verändern wollen. Ausser dem Shareholdervalue. Und das ärgert mich. Und da kommt das Corona-Wissen ins Spiel. Vielleicht ist es Zeit, die Firmen hinter den teuren, regenbogigen, community-integrierenden Kampagnen genauer anzuschauen. Und sie vielleicht nicht mehr drei Mal zu küssen. Lieber authentische Prides mit ein bisschen weniger Budget. Wir könnten auch schauen, wie die internationalen Arbeitsbedingungen der Partnerfirmen sind. Oder was sie so finanzieren mit ihren Geldern.


Gebt uns unsere Prides zurück. Wir haben nicht Jahrzehnte dafür gekämpft um jetzt auf der falschen Seite eingereiht zu werden. Denn unser Kampf ist noch nicht ausgestanden.


Dein Arthur



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